Inspiration in Nizza!

Im Oktober bin ich mit meiner Schwester Caroline für ein Wochenende nach Nizza gereist.Wir haben die Reise spontan geplant, nur ein paar Tage vor Abflug. Ich wußte nicht, was mich erwartet, ich habe mich auch nicht vorbereitet. Zwei Hosen und zwei Blusen, ein Pyjama, ein Paar Schuhe und noch ein paar Kleinigkeiten war alles, was ich mitgenommen habe. In Wien war es kalt und ich habe am Tag vor der Abreise lange gearbeitet.

Caro und Evi in NizzaMeine Schwester habe ich dann am Flughafen getroffen. Soweit ich mich erinnern kann, war ich grantig, die Caro wahrscheinlich auch.

Bei der Ankunft in Nizza hat sich das schlagartig geändert. Die Meeresbrise war warm, die Boulevards gesäumt von Palmen und die Menschen, anders als in Wien, leicht bekleidet.

Wir haben im Stadtzentrum gewohnt und waren glücklich. Crepes zum Frühstück, Muscheln am Nachmittag und weitere Köstlichkeiten verteilt über den Tag.
Wir haben Spaziergänge in die entlegensten Gässchen der Stadt unternommen, wir waren in Geschäften in denen es hunderte Kristallluster gab und haben Salze mit verschiedenen Geschmäckern probiert.

Installation von Arne Quinze

Installation von Arne Quinze

 

 

Das großartigest in Nizza war jedoch die Kunst.Ich war überwältigt von der Kraft die diese Stadt auf mich als Künstlerin ausübte. Das Licht und das Meer, die Freiheit, der Horizont. Die Geister der großen Künstler die schon vor vielen Jahren hier gelebt und gearbeitet haben. Die Kunstwerke, die in Nizza geschaffen wurden. Alles war großartig.

Beim Besuch des Mamac habe ich einige Entdeckungen gemacht. Das Portal wurde vom Zeitgenossen Arne Quinze gestaltet, dessen Arbeiten mir schon letztes Jahr in Rotterdam gefallen haben, dann habe zum ersten Mal die frühen Werke von Niki de Saint Phalle gesehen. Und ich habe Yves Klein für mich entdeckt. Das intensive Blau der Frauenbüste hat mir den Sinn der Kunst wieder vor Augen geführt.

Büste von Yves Klein

Büste von Yves Klein

Vor meiner Reise hatte ich einen Zusammenstoß mit einer kritischen Stimme, die mir glauben machen wollte, dass man nur Kunst machen darf, wenn man sie akademisch studiert hat. Dieser Meinung kann ich nur widersprechen. Wenn ich auf den Erfolg von Yves Klein oder Niki de Saint Phalle schaue, steht auch das im Widerspruch zu dieser Aussage.
Meiner Meinung nach ist Kunst der Ausdruck von ungezügelter Kraft, die Fähigkeit der Verbindung zu einer anderen Ebene und der Möglichkeit seinen Gedanken und Beobachtugen Ausdruck zu verleihen. Ich finde in unserer Gegenwart sollte ein Künstler klare Aussagen treffen und nicht nur einem akademischen Diktat nachgehen. Kunst sollte keinen Bestimmungen unterliegen, Kunst ist frei.

Besuch des Mamac

Besuch des Mamac

Nach diesen eindrücklichen Erlebnissen wußte ich, dass mein Weg des Schaffens der Richtige ist. Von dieser Reise habe ich Wissensdurst und Schaffensdrang mit nach Hause genommen und fleißig gearbeitet.

 

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